
Christian Petzold
Wenn Menschen etwas verlieren, ihre Arbeit, ihre Identität, wenn ihre Beziehungen in die Brüche gehen, sie aus ihrem Leben herausfallen, dann beginnen sie Gespenster zu werden, hat Christian Petzold einmal in einem Filmgespräch gesagt. Und dass wir im Kino diese Gespenster sehen, die wieder Menschen werden wollen.
Auch Petzolds eigene Filme sind bevölkert von Gespenstern und Schattenwesen, die nach Möglichkeiten suchen, ins Leben zurückzufinden. Sie möchten sich aufmachen in neue Identitäten, sie erleben dabei Liebe, Einsamkeit, Verbindung, Sehnsucht, Enttäuschung und werden so erlöst – aber leider nicht immer. Das Filmwochenende widmet Petzolds filmischen Schattenwesen eine kleine Werkschau mit dem Titel „Vom Aufbruch in ein neues Leben“.
Die innere Sicherheit (Deutschland, 2000)
Gespenster (Deutschland, 2005)
Barbara (Deutschland, 2012)
Transit (Deutschland, 2018)
Christian Petzold wurde 1960 in Hilden geborenen, studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen und gilt derzeit als einer der wichtigsten deutschen Regisseure. Seine Filme sind stets minimalistisch und doch wohnt ihnen eine große innere Spannung inne: Wenn sie von der Vergangenheit erzählen, geht es immer um die Gegenwart. Auch wenn sie meistens von Metaphern und Motiven geleitet sind, zeigen sie lebensnah den Alltag. Obwohl sie verborgene, komplexe Welten eröffnen, tun sie das, indem sie reduziert mit dem Nötigsten auskommen. Petzold liebt das Genre, aber niemals erstarren seine Figuren zur reinen Form, sondern immer geht es um die großen Gefühle. Petzold gilt als intellektueller Kopf und als wortgewandt – wir freuen uns mit ihm nach den Vorstellungen über seine Arbeiten zu sprechen.