Transit
Regie: Christian Petzold
Deutschland
Sonderveranstaltung & Spielfilm | dOF (Deutsch) | 2018 | 101 min
Vorstellung im Kino
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Inhalt
Georg flieht aus dem von den Nationalsozialisten besetzten Paris nach Marseille, wo zahlreiche Flüchtlinge auf Ausreisepapiere warten. Durch Zufall gerät er in den Besitz der Dokumente eines verstorbenen Schriftstellers und nimmt dessen Identität an, um Transitvisa zu erhalten. In Konsulaten, Cafés und auf den Straßen der Hafenstadt bewegt er sich durch ein Umfeld, das von Warten und Unsicherheit geprägt ist. Er begegnet Marie, die auf der Suche nach ihrem verschwundenen Ehemann ist, ohne zu wissen, dass Georg genau dessen Papiere bei sich trägt. Ihre Wege kreuzen sich mehrfach, während Ausreisen verzögert und Pläne immer wieder durchkreuzt werden. Obwohl die Handlung auf Ereignisse des Zweiten Weltkriegs verweist, verzichtet der Film auf eine eindeutige zeitliche Verortung und verbindet historische Elemente mit einer gegenwärtigen Umgebung. Er schildert Menschen im Zustand des Übergangs, zwischen Flucht, Stillstand und ungewisser Zukunft.
Storyline
Georg, a German refugee, flees from occupied Paris and arrives in Marseille, a city filled with people waiting for exit visas to escape Europe. By chance, Georg comes into possession of the papers of a deceased writer and begins to assume his identity in order to secure transit documents. While navigating consulates, cafés, and port authorities, he becomes part of a community defined by waiting and displacement.
Georg encounters Marie, a woman searching for her missing husband, unaware that Georg carries the man’s documents. Their paths cross repeatedly as departures are delayed and plans remain uncertain.
Über den Film
In seiner Adaption des gleichnamigen Exilromans "Transit" von Anna Seghers schlägt Autor und Regisseur Christian Petzold einen radikalen Weg ein: Er verlegt das Geschehen ins Marseille der Gegenwart, wo die Exilanten, die Anfang der 1940er Jahre vor dem NS-Regime fliehen, auf heutige Migranten treffen. So entsteht ein faszinierender Transit- und Warteraum, der auf elegante Weise unseren Umgang mit aktuellen Flüchtlingsbewegungen hinterfragt.
Vision Kino
Die Figuren des Regisseurs Christian Petzold sind oft Gespenster (…) Nie waren Petzolds Gespenster lebendiger.
Wenke Husmann in Die Zeit
Die Geschichte um einen jungen Deutschen, der die Identität eines toten Schriftstellers annimmt, um dessen Transit-Visum nutzen zu können, und sich beim Warten in Marseille in dessen Frau verliebt, entwickelt so vielfältige Bezüge: Zu Seghers' Text, zum Werk von Christian Petzold, dessen Motive sich in dem Stoff wiederfinden, und zur gegenwärtigen Situation in Europa in Zeiten der Flüchtlingskrise. Eine ebenso kluge wie dank guter Darsteller ergreifende Aktualisierung des historischen Stoffs.
Ulrich Kriest auf filmdienst.de
| Regie | Christian Petzold |
| Drehbuch | Christian Petzold |
| Kamera | Hans Fromm |
| Schnitt | Bettina Böhler |
| Ton | Andreas Mücke-Niesytka |
| Musik | Stefan Will |
| Darsteller | Franz Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese, Lilien Batman, Maryam Zaree |