Gespenster
Regie: Christian Petzold
Deutschland | Frankreich
Sonderveranstaltung & Spielfilm & Spielfilm | dOF (Deutsch, Französisch) | 2005 | 85 min
Vorstellung im Kino
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Inhalt
Nina lebt in Berlin. Ohne feste Bindungen verbringt die Jugendliche ihre Zeit in Parks, Einkaufszentren und auf der Straße. Freundschaften mit Gleichaltrigen oder ein stabiles soziales Umfeld hat sie nicht. Irgendwann begegnet sie Toni, einer jungen Frau, die von Gelegenheitsarbeiten lebt. Zwischen beiden entwickelt sich eine lose Beziehung, die Nina erstmals Nähe ermöglicht.
Parallel dazu sucht ein wohlhabendes Ehepaar seine vor Jahren verschwundene Tochter. Die Mutter glaubt, in Nina das vermisste Kind zu erkennen und versucht, Kontakt mit ihr aufzunehmen. Nina selbst hat keine Erinnerung an eine solche Vergangenheit und bleibt unsicher über ihre Herkunft.
Storyline
Nina, a teenage girl living in Berlin, drifts through the city without stable social ties. She spends time in parks, shopping centers, and streets, detached from her surroundings. During one of her wanderings, she meets Toni, a young woman who survives through casual work and temporary relationships. A fragile connection develops between the two, offering Nina a sense of closeness she has not experienced before.
At the same time, a wealthy couple searches for their daughter, who disappeared years earlier.
Über den Film
Petzold verzichtet auf eine konventionelle Dramaturgie und erzählt stattdessen in atmosphärischen Episoden, die mehr andeuten als erklären. Der Film bewegt sich zwischen Realität, Erinnerung und Wunschvorstellung, ohne dem Zuschauer einfache Antworten zu liefern. Diese bewusste Unbestimmtheit verleiht „Gespenster“ eine hypnotische Sogkraft, die bis zum offenen Ende anhält.
Abendzeitung Nürnberg
Unaufhaltsam wird der Betrachter in eine Geschichte von Sehnsucht und Verlust gezogen. Die lichte Klarheit des Berliner Sommers, das Rauschen der Blätter und des Windes, das Brummen des Verkehrs, all dies wird zu einer Erfahrung zweiter Ordnung, als sei es ein Traum, eine Erinnerung oder ein Märchen, dessen Figuren vielleicht nur durch die Sehnsucht der anderen existieren und in der Welt gehalten werden. Wirklich ist in diesem mit fast hypnotischer Ruhe fotografierten Film vielleicht nur die bodenlose, alles durchdringende Sehnsucht einer Frau nach ihrem Kind.
Katja Nicodemus in Die Zeit
Es gibt diesen speziellen Zustand im Kino: Eine schleichende Auflösung der Wirklichkeit, eine plötzliche Lücke zwischen zwei Bildern, die sich mit keiner Technik lokalisieren lässt und trotzdem den Einbruch des Magischen erlaubt. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass die ganze Arbeit des Regisseurs Christian Petzold auf diese Momente hinausläuft. (...) „Gespenster“ entwickelt einen somnambulen Sog, dem man sich überhaupt nicht mehr entziehen
kann. Man traut dann seinen Augen kaum, wie sehr sich plötzlich die Orte in Berlin Mitte, Berlinale-Orte sogar, unter den Augen dieses Regisseurs und seines genialen Kameramanns Hans Fromm verwandeln.
Süddeutsche Zeitung
| Regie | Christian Petzold |
| Drehbuch | Christian Petzold, Harun Farocki |
| Kamera | Hans Fromm |
| Schnitt | Bettina Böhler |
| Ton | Andreas Mücke-Niesytka |
| Musik | Stefan Will, Marco Dreckkötter |
| Darsteller | Julia Hummer (Nina), Sabine Timoteo (Toni), Marianne Basler (Françoise), Aurélien Recoing (Pierre), Benno Fürmann (Oliver) |