Die innere Sicherheit
Regie: Christian Petzold
Deutschland
Sonderveranstaltung & Spielfilm | dOF (Deutsch, Portugiesisch) | 2000 | 106 min
Vorstellung im Kino
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Inhalt
Die 15-jährige Jeanne lebt mit ihren Eltern Hans und Clara im Untergrund. Als ehemalige linksradikale Terroristen wechseln diese regelmäßig Wohnorte, Identitäten und Städte, um einer Festnahme zu entgehen. Für Jeanne bedeutet das ein Leben ohne festen Freundeskreis, ohne kontinuierlichen Schulbesuch und ohne langfristige soziale Bindungen. Strenge Regeln bestimmen den Alltag der Familie und sollen ihre Tarnung sichern. Mit dem Beginn der Pubertät wächst jedoch Jeannes Wunsch nach etwas Normalität. Während eines Aufenthalts an der Küste lernt sie einen gleichaltrigen Jungen kennen, was die angespannte Situation der Familie verschärft. Die Eltern geraten zunehmend unter Druck. Sie müssen versuchen, ihre politische Vergangenheit und die Angst vor der Entdeckung mit der Verantwortung gegenüber ihrer Tochter zu vereinbaren.
Storyline
Jeanne lives with her parents, Hans and Clara, who have been living underground in Germany for years. As former left-wing terrorists, they constantly change identities, apartments, and cities in order to avoid arrest. Jeanne grows up isolated from other young people, with no stable friendships or long-term schooling, and is forced to follow strict rules designed to keep the family hidden. As Jeanne enters adolescence, she begins to question her parents’ way of life and longs for a sense of normality. During a stay at a seaside town, she forms a brief connection with a local boy, which draws attention to the family’s precarious situation. The parents struggle to balance their desire to protect their daughter with the demands of their clandestine existence.
Über den Film
Einen Film wie diesen hat die so genannte Debatte um 68 und die Folgen gar nicht verdient. Er fragt nicht nach Schuld, fordert keine Sühne, verweigert sich den einfachen Antworten, aber stellt die richtigen Fragen: Was bleibt übrig von den Utopien, wie viel taugen sie für den Alltag – und dazwischen die alte existenzielle Frage, wofür man sich entscheiden würde, wenn man wählen müsste zwischen dem Leiden und dem Nichts.
Michael Althen in der Süddeutschen Zeitung vom 31. Januar 2001
Die Innere Sicherheit scheint allgegenwärtig – und unerreichbar für die Psyche des zerquälten Mädchens… Wie alle Phantome sind auch Petzolds Ex-Terroristen Zwitterwesen, die am Scheinhaften ihrer Existenz kranken.
Heike Kühn auf epd-film.de
Hervorragend gespielter und inszenierter Film, der ein Thema jüngster Geschichtsbewältigung sehr persönlich aufgreift und Menschen zeigt, die sich in der Ausweglosigkeit eingerichtet haben, nun aber plötzlich mit der Angst vor dem Scheitern konfrontiert werden. Eine beeindruckende Studie, die mannigfaltige Rückschlüsse auf Mentalitäten zulässt.
Wolfgang Hamdorf auf filmdienst.de
| Regie | Christian Petzold |
| Drehbuch | Christian Petzold, Harun Farocki |
| Kamera | Hans Fromm |
| Schnitt | Bettina Böhler |
| Musik | Stefan Will |
| Darsteller | Barbara Auer, Richy Müller, Julia Hummer, Bilge Bingül, Günther Maria Halmer |