48. Internationales Filmwochenende Würzburg vom 27. bis 30. Januar 2022

Vamos

Regie: Silvia Häselbarth
Schweiz
Dokumentarfilm | OmdU (Schweizerdeutsch, Deutsch) | 2020 | 90 min | im Wettbewerb

Vorstellung im Kino
223 - Fr, 20:00, im Kino 2 Kinokarten kaufen

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Inhalt

Pascale, die von ihrem langjährigen Partner verlassen wurde, versucht sich wieder zurechtzufinden in ihrem Körper, der in den Wechseljahren steckt. Ralph wagt einen Neuanfang im Jura; lange hat er sich als alleinerziehender Vater in Luzern um zwei seiner Kinder gekümmert, jetzt gehen diese ihre eigenen Wege und zwingen damit auch Ralph, neue Aufgaben und Beziehungen zu finden. Marcello reagiert auf seine wachsende Unzufriedenheit mit dem Umzug aus seinem riesigen Wohnatelier in einen bescheidenen Bauwagen. Er reduziert sein Hab und Gut und versucht, eine neue Frau fürs Leben zu finden. Jacqueline schliesslich hat ihr Leben schon vor über zehn Jahren radikal umstellen müssen, als sie erblindete. Vor zwei Jahren dann wurde sie mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Finden sie auf ihren Lebenspfad zurück oder werden sie scheitern? Diesen zentralen Fragen geht der Film nach.

 

Storyline

Two women and two men around 50 are at a difficult turning point in their lives: Pascale, who has been abandoned by her long-term partner, is trying to find her way again in her menopausal body. Ralph dares to make a new start in the Jura; for a long time he took care of two of his children as a single father in Lucerne, but now they are going their own ways, forcing Ralph to find new tasks and relationships as well. Marcello reacts to his growing general dissatisfaction by moving out of his huge residential studio into a modest construction trailer, he reduces his belongings and tries to find a new woman for life. Finally, Jacqueline had to radically change her life more than ten years ago when she went blind, then two years ago she was confronted with the diagnosis of breast cancer. Will they find their way back to life or will they fail?

 

Über den Film

Als Zuschauerin sieht man die Beziehungen förmlich wachsen, auch wenn die Regisseurin nicht sichtbar ist, man spürt, wo die Distanz immer kleiner wird, wo es persönlicher und berührender wird – und wo eine gewisse Distanz bleibt. Das ist unterhaltsam mit anzusehen. Silvia Häselbarth Stolz gelingt es auch, für ihre Figuren Spannungsbögen zu schaffen, die überzeugend durch den Film tragen. Zuweilen stellt sich die Frage, ob die Balance zwischen den Interessen des Films, der Filmemacherin und der Protagonisten gehalten wird – man möchte Marcello davon abhalten, seine Frauengeschichten allzu offenherzig breitzuschlagen, und wünscht sich gleichzeitig mehr zu erfahren darüber, was Jacquelines Herz bewegt. Silvia Häselbarth Stolz ist trotzdem ein stimmiger Film gelungen, der Abschied, Neuanfang, Umbruch aus verschiedenen Perspektiven zeigt und reflektiert.
null41 - Kulturmagazin

Häselbarth Stolz schildert allerdings nicht nur sichtbare Veränderungen, sondern lässt ihre Protagonisten auch erzählen. Von Kämpfen und Krämpfen. Von Hoffnungen und Enttäuschungen. Von Schritten nach vorn, aber auch von Rückschlägen. Davon, dass das Leben keine gut geplante Reise, sondern oft eine Achterbahnfahrt ist, die es zu meistern gilt. Dass die Zeit dabei hilft, wird nicht explizit erwähnt, aber insofern bewiesen, als alle vier Porträtierten zum Schluss tatsächlich ganz anders im Leben stehen. Ein leiser Film, der unaufgeregt von Dingen berichtet, die jeden angehen.
cineman.ch

 

 

RegieSilvia Häselbarth
DrehbuchSilvia Häselbarth Stolz
KameraPeter Appius
SchnittSilvia Häselbarth Stolz
TonFredy Keil
ProduzentSilvia Häselbarth Stolz