48. Internationales Filmwochenende Würzburg vom 27. bis 30. Januar 2022

Ghosts
Hayaletler

Regie: Azra Deniz Okyay
Türkei
Spielfilm | OmdU (Türkisch) | 2021 | 90 min | im Wettbewerb | Limitiertes Kontingent

Vorstellung im Kino
224 - Fr, 22:30, im Kino 2 Kinokarten kaufen

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Inhalt

Anhand von vier Figuren und Geschichten erzählt der Film, wie sich das moderne Istanbul verändert: eine Mutter, deren Sohn im Gefängnis sitzt und Geld braucht, eine junge Tänzerin, die einen Tanzwettbewerb gewinnen will, eine feministische Aktivistin und Künstlerin sowie ein gewiefter Schlepper, der mit Flüchtlingen sein Geld machen will, laufen sich während eines Stromausfalls immer wieder über den Weg. Der Film behandelt zahlreiche Themen, angefangen von dem Status der Flüchtlinge in der türkischen Gesellschaft, über das Bild der Frau bis zu politischem Aktivismus sowie Gentrifizierung. Über allen steht der Stromausfall, der in mehr als nur einer Hinsicht für einen Weg der Gesellschaft in eine dunkle Zukunft stehen kann, zu der Regisseur Azra Deniz Okyay, wenn man das Filmende betrachtet, ein eher ambivalentes Verhältnis hat.

 

Storyline

In Istanbul, a day on the verge of a country-wide power surge unfolds with four characters – a mother whose son is in prison, a young woman committed to dancing, a female activist-artist and a cunning middle man – all in a neighbourhood undergoing a process of gentrification for the “New Turkey”. Their stories intertwine along the day up until a drug deal incident, offering a roaring tale of the contemporary generation.

 

Über den Film

Iffet braucht Geld, weil ihr Sohn im Gefängnis sitzt und von anderen Insassen bedroht wird. Ihr Job bei der Straßenreinigung reicht nicht. Didem braucht einen Job, weil sie ihren als Zimmermädchen gerade verloren hat. Am Ende fahren sie, getarnt als gläubige Muslima, Drogen in anderen Stadtteilen Istanbuls aus. Und das im Auto des Mannes, der nachts baufällige Häuser einstürzen lässt, sodass die „Neue Türkei“ gebaut werden kann. Die Verstrickungen der Geschichten entstehen im Dunkeln, metaphorisch, aber auch faktisch, denn in der ganzen Stadt ist der Strom ausgefallen. Azra Deniz Okyay nimmt uns in ihrem Debütfilm „Ghosts“ mit in den Alltag ihrer Heimatstadt Istanbul. „In einem Land wie der Türkei lebt man wie in dickem Nebel. Man versucht ständig rauszufinden, was unter ihm liegt“, erklärt sie in ihrem Garten auf einer der Prinzeninseln vor Istanbul. Die Pinien duften, die Katzen schnurren, sonst ist hier niemand weit und breit auf dem Hügel, von dem aus man die glitzernden Gebäude der Stadt auf der anderen Seite des Bosporus sehen kann.
taz.de

Regisseurin Azra Deniz Okyay legt ein aufregendes, hochpolitisches Spielfilmdebüt vor, in dem sie die gesellschaftliche Lage in der Türkei mit ästhetisch experimentellem Furor eindringlich beleuchtet.
filmfest-muenchen.de

 

 

RegieAzra Deniz Okyay
DrehbuchAzra Deniz Okyay
KameraBarış Özbiçer
SchnittAyris Alptekin
TonErman Abaza
MusikEkin Üzeltüzenci
ProduzentDilek Aydın
DarstellerNalan Kuruçim, Emrah Özdemir, Dilayda Güneş, Beril Kayar