Made in EU
Regie: Stephan Komandarev
Bulgarien | Deutschland | Tschechien
Spielfilm | OmdU (Bulgarisch) | 2025 | 102 min | im Wettbewerb
Vorstellungen im Kino
322 - Sa, 13:10, im Kino 2
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Inhalt
März 2020, in einer bulgarischen Kleinstadt: Iva näht für einen italienischen Unternehmer Etiketten mit der Aufschrift „Made in EU“ in Kleidungsstücke. Vom Lohn kann sie kaum leben, doch Alternativen gibt es hier nicht. Nach dem Ende des Kommunismus ist die Fabrik der einzige Arbeitgeber am Ort, das Bergwerk wurde nach einem schweren Unglück geschlossen. Ivas computeraffiner Sohn Misho träumt davon, sich in Deutschland ein besseres Leben aufzubauen, in seiner Heimat sieht er keine Perspektive. Als die COVID‑19‑Pandemie ausbricht, verschärft sich Ivas Lage dramatisch. Ein positiver Corona‑Test erklärt zwar ihre seit Wochen bestehenden, rätselhaften Symptome, doch als erster bestätigter Fall der Stadt wird sie schnell zum Sündenbock. Die Angst und Schuldzuweisungen ihrer Mitbürger lasten schwer auf ihr.
Storyline
Iva works in a textile factory in a small Bulgarian town, sewing “Made in EU” labels into clothes for an Italian company. After the fall of communism, this factory is the only employer with the local mine having been closed after a tragic accident. Iva's son Misho, who is skilled with computers, sees no future at home and dreams of building a new life in Germany. When the pandemic reaches the factory and the town, tensions rise. Rumours and blame fall on the poorest and innocent, while pressure on Iva intensifies.
Über den Film
In this sharply-honed small-town drama, coronavirus is examined in the context of other modern diseases that have accompanied it – ignorance, internet rumour, media irresponsibility and the pityless resilience of the capitalist system. Built around a muted but magnetic lead performance by Gergana Pletnyova, Made in EU bears comparison with 21st century workplace dramas by Ken Loach or Stéphane Brizé.
Jonathan Romney, screendaily.com, 31.08.2025
Die Europäische Union gilt als Vorzeigemodell: Sie ermöglicht grenzenlosen Personen‑ und Warenverkehr. Doch an den geografischen und sozialen Randgebieten zeigen sich Risse im glänzenden Lack.
„Made in EU“ ist kein reines Pandemie‑Drama, sondern ein scharfer Kommentar zu den Arbeits‑ und Lebensbedingungen jener Menschen, die unseren sorglosen Konsum ermöglichen – zugleich ein eindringlicher Aufruf zu mehr Menschlichkeit. Der Film wurde größtenteils mit Handkameras an authentischen Fabrikstandorten gedreht. Die Erzählweise bleibt ruhig; Gesten, Blicke und Stille tragen die Geschichte, während die gedämpfte Farbpalette ein Gefühl von Perspektivlosigkeit erzeugt. Regisseur Stephan Komandarev präsentiert einen fast dokumentarisch anmutenden Spielfilm, der zeigt, wie eine marginalisierte Gesellschaft bereit ist, ihre Schwächsten zu opfern. Großes europäisches Kino!
Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis beim 63. Filmfestival in Gijón, Spanien sowie dem Kritikerpreis beim Arras Film Festival, Frankreich.
Programmgruppe Filminitiative Würzburg e.V.
| Regie | Stephan Komandarev |
| Drehbuch | Simeon Ventsislavov, Stephan Komandarev |
| Kamera | Vesselin Hristov |
| Schnitt | Nina Altaparmakova |
| Ton | Johannes Doberenz, Martin Jilek |
| Darsteller | Gergana Pletnyova, Todor Kotsev, Gerasim Georgiev, Anastasia Ingilizova, Ivaylo Hristov, Ivan Barnev, Martina Peneva, Ovanes Torosian |