48. Internationales Filmwochenende Würzburg vom 27. bis 30. Januar 2022

Bilder (m)einer Mutter

Regie: Melanie Lischker
Deutschland
Dokumentarfilm | dOmeU (Deutsch) | 2021 | 79 min | im Wettbewerb | Limitiertes Kontingent

Vorstellung im Kino
311 - Sa, 11:30, im Kino 1 Kinokarten kaufen

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Inhalt

Eine scheinbar ganz normale Kindheit in den 80er Jahren, festgehalten auf unzähligen Videokassetten. Darauf eine Kleinfamilie, in der jeder seine Rolle spielt. "Bilder (m)einer Mutter“ spannt als einzigartiges Zeitdokument einen Bogen durch die Jahrzehnte bundesdeutscher Geschichte und ist dabei eine filmische Suche der Filmemacherin Melanie Lischker nach der eigenen Mutter. Die in dieser Form sicher einzigartige filmische Dokumentation eines Familienlebens in Deutschland seit den 1970er Jahren basiert auf über 100 Stunden Super 8- und Videomaterial, das über Jahrzehnte vom Vater und schließlich von der Tochter, der Regisseurin des Films, aufgenommen wurde. Ein Film, der hautnah die dramatische Geschichte einer Mutter erzählt, die ihre Mutterrolle nie ganz annehmen konnte. Ein Tabu und gleichzeitig Zündstoff für den aktuellen Diskurs.

 

Storyline

As a unique contemporary document, "Bilder (m)einer Mutter" spans an arc through the decades of German history and is a cinematic search by filmmaker Melanie Lischker for her own mother. The cinematic documentation of a family life in Germany since the 1970s, which is certainly unique in this form, is based on over 100 hours of Super 8 and video material, which was meticulously recorded over decades by the father and finally by the daughter, the director of the film. A film that tells the dramatic story of a mother who could never quite accept her role as a mother - a taboo and at the same time explosive for the current discourse.

 

Über den Film

Der fertige Film erzählt die Geschichte einer Erstarrung. Und setzt dabei umso mehr in Bewegung. Bei Zuschauer*innen, die sich und ihre eigenen Mütter darin wiedererkennen, vor allem aber in Melanie Lischkers Familie selbst. „Die Arbeit daran war nicht immer einfach, für alle Beteiligten – aber letztlich hatte es für uns alle eine heilsame Wirkung.“ Es kostet auch Kraft, gemeinsam an Tabus festzuhalten, und wer sie loslässt, hat die Hände frei.
Verena Carl, Brigitte

2015 begann meine Arbeit am Film. Feminismus war für mich damals noch wenig relevant. Im Gegensatz zu meiner Mutter Gabi, hatte ich das Gefühl, ohne Einschränkungen meiner beruflichen Ziele aufzuwachsen. Erst durch das Rekonstruieren ihrer Lebenswelt, schuf ich mir einen Einblick in die politischen und gesellschaftlichen Umstände, die Frauen ab den 60er Jahren prägten. Mir wurde klar, wie lang sich anerlernte Normen in einer Familie weitertragen und wie schwer es selbst für die Aufbruchsbewegung war, die Rollenbilder in ihren Köpfen loszuwerden. Absurd, dass man Frauen bis in die 90er Jahre als schwaches Geschlecht bezeichnete, noch absurder, dass man gelegentlich heute glaubt, die Emanzipation wäre schon längst abgeschlossen.
Director‘s Statement

 

Preise

2021 Dokumentarfilmpreis Filmfestival Kitzbühel

 

RegieMelanie Lischker
DrehbuchMelanie Lischker
KameraMelanie Lischker
SchnittMechthild Barth
TonTobias Rüther
MusikFreya Arde, Jens Heuler
ProduzentMaria Wischnewski