47. Internationales Filmwochenende Würzburg vom 28. Januar bis 3. Februar 2021

Filles de joie
Working Girls

Regie: Frédéric Fonteyne, Anne Paulicevich
Belgien | Frankreich
Spielfilm | OmdU (Französisch) | 2020 | 90 min | im Wettbewerb | Limitiertes Kontingent

 

Inhalt

In Frankreich heißen sie Axelle, Dominique und Conso. Haben sie jedoch die Grenze nach Belgien überquert, werden sie zu Athena, Circe und Hera. Dieser Verwandlung unterziehen sich die drei Frauen jeden Tag: Sie arbeiten in einem belgischen Bordell. Mitleid dafür wollen sie nicht, schließlich haben sie ihre Familien zu versorgen. Und sie haben Würde. Gerät eine von ihnen in Schwierigkeiten, stehen sie zusammen - egal wie unterschiedlich sie auch sein mögen. Alles, was die drei verlangen, ist Respekt. Die Männer, mit denen sie es zu tun haben, scheinen das aber nicht zu verstehen. Axelles Ex-Mann? Der aufdringliche junge Kerl aus der Nachbarschaft? Oder doch Consos Lebensgefährte? Einer von diesen dreien ist wohl der Leichnam, den die drei Frauen am Beginn des Films im strömenden Regen verschwinden lassen. In Rückblenden setzt sich das Geschehen zusammen.

 

Storyline

Three women who live in France travel to Belgium every day where they earn money as sex workers. They do not ask for pity, all they want is some respect. Though they are quite different, they have a strong bond of solidarity; when one of them is in trouble, they stand united. Even as, one day, they have to get rid of a body.

 

Über den Film

In einem Szenario, das durch die Komplizenschaft eines außergewöhnlichen weiblichen Trios zusammengehalten und in den Innenszenen in einem wirklich schönen Licht dargeboten wird, wird "Filles de Joie" bis zum Ende mit einer ebenso vulkanischen wie zarten Energie durchdrungen und vermeidet jegliche Abwertung.
Pierre Vavasseur, Le Parisien, 22.06.2020

Sehr gut dokumentiert zeigt dieser Film über drei Frauen, die sich prostituieren um zu überleben, rohe Realität mit wahrer Menschlichkeit. Und drei tolle Schauspielerinnen.
Isabelle Danel, Bande à Part, 22.06.2020

Aber Working Girls ist kein Fillm über Prostitution, es ist ein Film über das Leben; das tägliche Leben dieser Alltagsheldinnen, die, wie Katzen, aus ausweglosen Situationen herausfinden und mehr als ein Leben haben. Mit der Kamera von Juliette Van Dormael fangen die Filmemacher die Lebensrealität dieses Trios ein, das voller Drama, Euphorie, gemeinsam verbrachter Zeit, hysterischem Lachen und Konflikten steckt, Leben in seiner organischsten Form. Sie folgt ihrem Alltag zuhause ebenso wie im Bordell; Zeiten des Wartens und Momente der Komplizenschaft. Wenn wir uns an den Blickwinkel jeder dieser Frauen anheften, verstehen wir ihre Schwächen und ihre Macht, die Kraft, die sie antreibt und es ihnen ermöglicht, das Unmögliche zu schaffen. Der Fokus liegt hier darauf, sie in all ihrer Würde zu zeigen, einer hart erarbeiteten Würde, die immer und immer wieder eingefordert werden muss. Trotz der Dramen ist der Humor, ein allgegenwärtiger Faktor im Leben der drei Frauen, ein notwendiges Ventil, um den Druck herauszunehmen. Viel Freude wird von diesen passend benannten "Freudenmädchen" gefühlt; Freude trotz der Tränen, der Wunden; Freude, sogar, obwohl der Film im Kern nicht so sehr ein Film über Prostitution ist, als über die Gewalt (physisch und sozial), die gegen Frauen ausgeübt wird.
Aurore Engelen, cineuropa.org, 27.01.2020

 

Preise

2020 Belgische Einreichung Oscar - Academy Awards, Best International

 

RegieFrédéric Fonteyne, Anne Paulicevich
DrehbuchAnne Paulicevich
KameraJuliette von Dormael
SchnittChantal Hymans
TonXavier Griette
MusikVincent Cahay
ProduzentFrédéric Fonteyne Anne Paulicevich
DarstellerSara Forestier (Axelle) Noémie Lvovsky (Dominique) Annabelle Lengronne (Conso)