46. Internationales Filmwochenende Würzburg vom 30. Januar bis 02. Februar 2020

Zur Eröffnung: Wenn Chinesen nach Finnland reisen

Dem Eröffnungsfilm beim Internationalen Filmwochenende kommt immer eine besondere Rolle zu. Diesmal geht es um menschliche Begegnungen zweier höchst unterschiedlicher Kulturen: China trifft auf Finnland in “Master Cheng” des finnischen Filmemachers Mika Kaurismäki.

Worum geht’s? Nach dem Tod seiner Frau reist der Koch Cheng nach Finnland, um einen Finnen zu besuchen, den er vor Jahren in Shanghai kennengelernt hat. Er landet in einem ablegenen Dorf in Lappland, in dem allerdings keiner den gesuchten Freund kennt. Aber eine Cafebesitzerin bietet dem Gast aus Asien wenigstens eine  Unterkunft an. Dafür hilft Cheng in der Küche und schon bald erfreuen sich die Einheimischen an chinesischem Essen. Cheng findet finnische Freunde. Als sein Touristenvisum abläuft, wollen die Dorfbewohner, dass er bleibt. Dafür hecken sie einen Plan aus.

Was will der Regisseur mit dem Film? „Ich versuche zu zeigen, dass wir alle lernen sollten, zusammen zu leben“, sagt Mika Kaurismäki (64), der ältere Bruder des prominenten Filmemachers Aki Kaurismäki. Trotz unterschiedlicher Kulturen habe sich schon bei den Dreharbeiten in Lappland rasch ein gegenseitiges Verständnis bei den Akteuren entwickelt. „Genau wie im Film.“

Warum „Master Cheng“ zur Eröffnung? Die Hauptfiguren sind liebenswert, die Stimmung ist positiv, das Geschehen von Herzenswärme geprägt. Das gefiel auch den Besuchern der Nordischen Filmtage Lübeck. Dort gewann „Master Cheng“ im vergangenen Jahr den Publikumspreis. „Man geht danach mit einem guten Gefühl aus dem Kino“, verspricht Thomas Schulz vom Festival-Leitungsteam.

„Master Cheng“ wird im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt. Der 114-minütige Film startet am Mittwoch, 29. Januar, um 19.30 Uhr – nach einem Sektempfang, der um 18.30 Uhr beginnt. Karten zu 7,50 Euro sind ab Montag, 27. Januar, im Central-Kino im Bürgerbräu erhältlich.