46. Internationales Filmwochenende Würzburg vom 30. Januar bis 02. Februar 2020

Nachtschiene

Was haben ein Tunnelschachtbohrer, eine Domina und eine Hirschlederjacke gemeinsam? Richtig. Alle drei haben eine Hauptrolle in der diesjährigen Nachtschiene.

Wir freuen uns, euch auch dieses Jahr wieder ein sehr abwechslungsreiches Spätprogramm präsentieren zu können:

Cutterhead

In diesem preisgekrönten Thriller will die junge Journalistin Rie eigentlich nur einen Bauarbeiter-Trupp interviewen, der die Tunnel für die Kopenhagener U-Bahn aushebt. Doch in dem Moment, als die beiden Arbeiter Ivo und Bharan ihr die Druckkammer des großen Schachtbohrers zeigen, kommt es zur Katastrophe…

Was folgt, sind 60 nervenaufreibende Minuten, in denen es auf engstem Raum ums nackte Überleben geht – tief unter der dänischen Hauptstadt.

Christine Sønderris in „Cutterhead“, 2018

Dogs Don’t Wear Pants

Dieses im SM-Milieu angesiedelte Drama erzählt – in eleganten Farben und Bildkompositionen – die Geschichte des Chirurgen Juha. Vor Jahren hat er bei einem tragischen Badeunfall seine Frau verloren und läuft seither emotional gelähmt durch seinen Alltag. Ein Zufall führt ihn in das Studio der Domina Mona und die Extreme, denen sich Juha dort aussetzt, helfen ihm, wieder zu sich selbst zu finden – oder sich selbst zu zerstören?

„Dogs Don’t Wear Pants“ ist eine dunkle, auch mit schwarzem Humor gefilmte Geschichte über Verlust, Liebe und den Schmerz des menschlichen Daseins. Regisseur J.-P. Valkeapäa hat dafür unter anderem in Sitges, dem wichtigsten Festival weltweit für solche Genre-Filme, den New Visions Award für junge, außergewöhnliche Autorenfilmer gewonnen.

„Dogs Don’t Wear Pants“, 2019

Deerskin

Bei Georges (Oscar-Gewinner Jean Dujardin) läuft’s gerade nicht so gut: Beziehung gescheitert, Konto leer und das Kaff in den Bergen, in das er sich geflüchtet hat, ist trostloser als trostlos. Zum Glück hat er aber seine neue Jacke aus 100% Hirschleder dabei – ein absolutes Schmuckstück, das einen neuen Menschen aus ihm macht. Vor allem, als die Jacke beginnt, mit ihm zu sprechen, und ihm einen Plan unterbreitet, der nicht nur Georges’ Leben völlig auf den Kopf stellen wird…

Regisseur Quentin Dupieux dreht seit Jahren Krimis, bei denen er sich immer wieder von Genre-Konventionen löst und damit sowohl zu unvorhersehbarer großer Komik als auch Tragik gelangt (so erzählt zum Beispiel sein Debüt „Rubber“ die Geschichte von einem ganz ungewöhnlichen Serienkiller – einem Autoreifen). „Deerskin“ war beim letztjährigen Filmfestival in Cannes der Eröffnungsfilm in der prestige-trächtigen Sektion Quinzaine des Réalisateurs. Achtung! Potenzieller Kultstatus!

Jean Dujardin in „Deerskin“, 2019