45. Internationales Filmwochenende Würzburg vom 24. bis 27. Januar 2019

Japan Spezial

Die Idee war naheliegend – gibt es doch in der ehemaligen Direktionsvilla der Bürgerbrau AG auf dem gleichnamigen Gelände ein Museumskleinod, das 2020 sein 25-jahriges Jubiläum feiern wird. Ein weiteres Jubiläum gibt es 2019 mit der japanischen Stadt Otsu – die Städtepartnerschaft mit Würzburg besteht dann 40 Jahre. Dazu eine aktuelle, derzeit laufende Sonderausstellung: „Samurai no kaho“ – Familienschatze der Samurai – Porzellan und Objekte aus der Sammlung Setsuko Watanabe-Baume und Dieter Baume. Also genügend Grunde, in der neuen Spielstatte des Internationalen Filmwochenendes ein „Japan Special“ mit acht Filmen zu zeigen, die mehrere Jahrzehnte umspannen und die einen eindrucksvollen Einblick in die Kino- und Kulturlandschaft dieser, uns so fremden Insel geben. Stilbildende Elemente, die das westliche Kino übernommen hat, gibt es unzählige. Zwei Beispiele zeigen die Filme „Ugetsu Monogatari“ von Kenji Mizoguchi aus dem Jahr 1953 und „Yojimbo“, Regie Akira Kurosawa, aus dem Jahr 1961 (wurde in den Western von Sergio Leone und Clint Eastwood voll adaptiert). Das Essen ist in Japan auch eine Kunstform – wie toll, witzig und originell man mit dem Thema „Suppe“ (oscarpreisgekrönt) umgehen kann,erlebt man mit „Tampopo“. Welche gesellschaftlichen Zwange in Japan existieren,werden mit den drei Liebestragödien in dem Film „Dolls“ von Takeshi Kitano aus2002 gezeigt. Dass Takeshi Kitano auch anders kann, wird mit dem beinahe komisch anmutenden Yakuza-Thriller „Ryuzo and the Seven Henchmen“ eindrucksvoll belegt

und diente als Blaupause für den Hollywoodstreifen „The Expendables“, wo auch in die Jahre gekommene Stars nochmal auf Action machen. Noch ein Oscarpreisträger,der sich mit dem Sterben in einer unglaublich berührenden und originellen Weise beschäftigt, „Nokan – die Kunst des Ausklangs“ aus 2008 von Yojiro Takita. Natürlich darf das ursprünglichste aller Themen nicht fehlen: „Manga“. Allgegenwärtig in Tokios U-Bahnen, zeigen wir einen Film, der sich mit den Ursprüngen dieser Zeichnungsthematik beschäftigt und einen Einblick in die Ästhetik der Kaligrafie vermittelt. „Miss Hokusai“ von Keiichi Hara aus dem Jahr 2015, Festivalabräumer und wirklich eine Kunstform. Und last but not least, das japanische Beast itself, „Shin Godzilla“, eine aktuelle Verfilmung aus dem Jahr 2017 von den Regisseuren Hideaki Anno und Shinji

Higuchi mit einem packenden Finish – and they never will die!