47. Internationales Filmwochenende Würzburg vom 28. Januar bis 31. Januar 2021

Japan-Reihe

Im letzten Jahr ist die Idee, das Siebold-Museum mit einem Saal ins Internationale Filmwochenende zu integrieren, sehr gut angekommen. Trotz manch cineastisch widriger Umstände war auch die Japan-Film-Reihe ein schöner Erfolg. So gibt es heuer eine Neuauflage der Japan-Reihe. Wie das gesamte Festival wird auch sie etwas abgespeckt werden: So können wir in diesem Jahr fünf Filme ins Programm nehmen. Doch das Kinoerlebnis wird etwas bequemer werden, nämlich mit Polsterstühlen, mit freundlicher Unterstützung von Jojo von der Posthalle.

Der Bogen der fünf Filme versucht wieder den gesamten gesellschaftlichen Rahmen zu erfassen. Für Westler ist diese Insel und ihr Kodex nicht immer leicht zu begreifen. Aber was kann dies besser aufzeigen, als das Kino. Japan hat schon jahrzehntelang hervorragende Regisseure hervorgebracht, die gerade das westliche Kino immens beeinflusst haben. Die Filme spannen sich daher auch wieder über mehr als 60 Jahre Filmgeschichte.

  • Schon 1958 hat der herausragende Regisseur Yasujiro Ozu die detaillierte und ausgefeilte Studie „Equinox Flower“ über Generationskonflikte gedreht, die nichts an Aktualität verloren hat und auch einen hervorragenden Einblick in traditionelles japanisches Denken vermittelt.
  • Ein Meilenstein wurde 1966 von dem Regisseur Seijun Suzuki gedreht – sein Yakuza- Film „Tokyo Drifter“, der 1990 erstmals in deutscher Fassung gezeigt wurde und 2006 auf DVD erschien, ist ein bahnbrechendes Machwerk, ein visueller Zauber, ein avantgardistischer Yakuza-Film im Pop-Art-Modus.
  • Ein selten gezeigtes Meisterwerk aus dem Jahr 1990 von Akira Kurosawa, einer der ganz großen des japanischen Kinos, sein 29. Film „Träume“ schafft in acht Episoden phantastische Bilder, einfach traumhaft.
  • Natürlich darf das ursprünglichste aller Themen, das Manga, in solch einer Reihe nicht fehlen. Mit dem Anime-Film „Your name“ von Regisseur Makoto Shinkai aus dem Jahr 2016 zeigen wir einen der erfolgreichsten Manga Inszenierungen, der weltweit gefeiert wurde und selbst hartgesottene Cineasten zu Tränen rührt.
  • Selbstverständlich darf die Küche in solch einer Serie nicht fehlen – „Ramen Shop“ von Regisseur Eric Khoo aus dem Jahr 2018 ist sozusagen ein verpacktes bebildertes Kochbuch mit einer herzergreifenden Familiengeschichte.

Cineastisch kann man da nur guten Appetit wünschen!