47. Internationales Filmwochenende Würzburg vom 28. Januar bis 3. Februar 2021

Die Selbstgedrehten
Neues aus der Schulfilmszene

Regie: Filmgruppen aus bayerischen Schulen

Sonderveranstaltung | 2021 | 76 min

 

Inhalt

Die Filmtage bayerischer Schulen sind jedes Jahr das Highlight der Schülerfilm-Szene. Wegen Corona kamen 2020 die Filmgruppen nicht am Austragungsort Holzkirchen zusammen, aber im Netz ging es dafür sehr lebendig zu. 76 Filme waren eingereicht worden, davon wurden 26 ausgewählt und dem landesweiten Publikum via Zoom präsentiert. Spannende online-Filmgespräche folgten. Die Filme kamen aus allen Schularten, aus allen Altersgruppen und Filmgenres. Auf dem Internationale Filmwochenende Würzburg zeigen wir 10 Produktionen aus diesem Programm, ganz kurze und auch lange, lustige und experimentelle, manche auf hohem technischem Niveau, manche eine interessante Fingerübung, die Impulse setzen will. Alle Filme wurden von Schüler*innen mit viel Herzblut gestaltet. Wir bitten schon jetzt um Nachsicht für die eine oder andere Unzulänglichkeit. Lassen Sie sich dennoch von ungewöhnlichen 85 Film-Minuten überraschen. Hans Rambeck, Mitorganisator der Filmtage Bayerischer Schulen Aus einer Linie | Experimentalfilm | Alina Karl, Schönborn-Gymnasium Münnerstadt |1‘40‘‘ --- Linie gebiert Frau zieht Leinwand aus Linie Blume schwebt Goldrahmen Hand schiebt Kuhkopf über Frauenkopf Bergpanorama durchstochen von Eiffelturm Meer schaukelt Kreuzfahrtschiff Karpfen schubst Schiff Bild Frau starrt Roboterarm greift Karpfen platscht in Suppe weiße Maus huscht Schmetterling schlitzt Stadtsilhouette Nofretete sagt Kuckuck Hände halten fruchtbaren Mutterboden Bäume Biene entführt Kamel Katharina von Bora modelt roter Mantel mit Regenschirm oh, du armes armes Kamel Maikäfer krabbelt Wischblende ... Schaut lieber den Film! The beauty of yellow | Spielfilm | Finn Walter, Effner-Gymnasium Dachau | 7’05’’ --- Sarah verliert bei einem Brand sowohl ihren Vater als auch ihre Fähigkeit Farben zu sehen. Mit einer speziellen Brille kann sie wieder eine Farbe sehen. Gelb. Doch alles, was gelb ist, erinnert sie immer wieder an ihren großen Verlust und zwingt sie dazu, sich mit dem schmerzhaften Trauerprozeß auseinanderzusetzen. Ein nachdenklich stimmendes Drama im Gewand eines modernen Stummfilms mit wunderbar cineastischer Klavierbegleitung. Corona Faces | Spielfilm | Annika Stich + Julia Hoffmann, Priv. Gymnasium Pindl | Regensburg | 19‘52 --- 6 Jugendliche, 6 Geschichten: „Corona Faces“ beschäftigt sich mit den verschiedenen Seiten und Auswirkungen der Corona-Kontaktsperre. Im Rahmen eines Schulprojektes beschließen die Mitglieder einer kleinen Theatergruppe, einzelne Vlogs während der vorübergehenden Schulschließung zu drehen, in denen sie sich ihren Gefühlen gegenüber der Pandemie stellen. Die einen feiern die Zeit zu Hause, die anderen machen sich Sorgen. Aber eines ist sicher: Die Situation bewegt sie alle. Sprioc | Zeichentrickfilm | Monika Block, Luitpold-Gymnasium Wasserburg | 1‘04 --- „Was ist das nur für eine seltsame gelbe Kugel am Himmel? Die schnapp ich mir“, denkt sich Sprioc, ein sehr neugieriger, kleiner und etwas tapsiger Kerl. Schließlich lässt er sich etwas ganz Schlaues einfallen, um sein Ziel zu erreichen. A concrete figure/Spiegelbilder/La Faim | Drei Animationen – Monatsarbeiten | Sophia Schmerbeck, Lisa Konjetzky, Lena Braumandl, alle BOS Gestaltung Straubing | 2‘25‘‘ --- A concrete Figure: Auch bei diesem Film geht es um die Dekonstruktion einer Figur. Die leblose Gliederpuppe erhält gewissermaßen den „göttlichen Stups“, um sich in Bewegung zu setzen. Sie durchwandert eine Zeitungslandschaft, findet sich plötzlich in einem bekannten Computerspiel wieder, verliert von Stufe zu Stufe an Substanz um am Ende in einem Bad aus Wasserfarben zu zerfallen. Spiegelbilder: Die bildnerische Aufgabe, ein menschliches Gesicht immer mehr zu abstrahieren, wird hier in ei- nem sehr faszinierenden und vielschichtigen Spiel mit Zeichnung, Collage und Décollage sowie mit experimentellen malerischen und filmerischen Gestaltungsmethoden ausgelotet. Der gestalterische Weg ist hier das Ziel, das Ergebnis: Ein abstrakt-expressives Gesicht und der sichtbare Prozess einer atemberaubenden Verwandlung. La Faim: Auch dieser Trickfilm entstand im Rahmen der Gestaltungsaufgabe, bei der ein menschlicher Protagonist durch eine bestimmte Form der Bewegung einen Abstraktionsprozess durchlaufen oder erfahren sollte. In »La Faim« kommt der Kellner einfach zu spät und wird vom Hunger seines weiblichen Gastes förmlich aufgesogen. Sehr fein gezeichnet, bon Appetit! Alternative Fakten zu Wilhelm Conrad Röntgen | Animation | Filmgruppen, Röntgen-Gymnasium Würzburg | 8‘55‘‘ --- Original historisches Fotomaterial von W. C. Röntgen und seiner Zeit bildete die Grundlage für die- senTrickfilm, der in klassischem Legetrick umgesetzt wurde. Dieses einzigartige Experiment durch- leuchtet die drei wichtigsten Episoden in Röntgens Leben und bringt dabei sensationelle, bislang unbekannte Zusammenhänge ans Licht. Endlich bekommen auch wir den totalen Durchblick, so- dass seine Geschichte wieder einmal neu geschrieben werden kann. Da san die Tiere dahoam | Dokumentarfilm | Filmgruppe Gymnasium Trudering München | 8‘12‘‘ --- „Da san die Tiere dahoam“ erzählt dem Zuschauer die Geschichte der Jungbäuerin Hanna und begleitet die Protagonistin einen Tag lang bei verschiedenen Situationen auf „ihrem“ Hof, auf dem vier Generationen der Strobls zusammen arbeiten und gemeinsam leben. Bilder über konventionelle Tierhaltung aus dem Internet lassen Hanna genauso erschrecken, wie Vegetarier oder Veganer. Viele Bauern müssten wieder näher zum Verbraucher kommen und auch umgekehrt, daher geht der zertifizierte Bio-Bauernhof neue Wege mit seiner Milchtankstelle und „Kühekuscheln“. Museumst(r)ick | Pixilationsfilm | Filmgruppe Wirsberg-Gymnasium Würzburg | 4‘03‘‘ --- Ein scheinbar ganz normaler Schulausflug ins Museum „Kulturspeicher Würzburg“ läuft komplett aus dem Ruder. Das alles wird argwöhnisch beobachtet von einem scheinbar ganz normalen Museumsbesucher, der bis zum Schluss nicht versteht, was da genau mit den Menschen vor den Bildern und Kunstobjekten geschieht, bis er schließlich am eigenen Leib die Wahrheit erfährt. Scheinbar ganz normal, wenn auch dem Betrachter leicht schwindelig wird. Ausnahmezustand | Dokumentarfilm | Filmgruppe Von-Pelkhoven-Schule Kolitzheim | 8‘ --- Verkehrte Welt: Was macht die Coronapandemie mit Jugendlichen in einem Heim? Fünf Schülerinnen einer therapeutischen Wohngruppe im Antonia-Werr-Zentrum berichten über ihre Erfahrungen während des Lockdowns: „Bei uns ist es ganz anders. Wir dürfen nicht zu unseren Eltern fahren, die anderen „draußen“ können die ganze Zeit zu Hause bei ihren Liebsten sein“. Ein ganz anderer Blick auf Corona. Vom LeBEN erzählen | Dokumentarfilm |P-Seminar, Armin-Knab-Gymnasium Kitzingen | 15‘ --- Ben macht eine Ausbildung zum Bäcker, er spielt gerne Fußball, feiert mit seinen Freunden und hat eine glückliche Beziehung zu seiner Freundin. Nur ins Schwimmbad geht er nicht. Denn dort könnte man sehen, dass er im falschen Körper lebt. Er wurde als Mädchen geboren. Schülerinnen und Schüler des Armin-Knab-Gymnasiums Kitzingen begleiteten Ben eineinhalb Jahre im Rahmen ihres P-Seminars Dokumentarfilm. Entstanden ist ein ganz naher Einblick in Bens Leben, denn die Interviews der Gymnasiasten machen eine Begegnung auf Augenhöhe möglich.

 


 

 

 

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