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Wollten Sie schon lange einmal wieder in einen deutschen Western gehen? Interessiert Sie eine ukrainische Schwarz-Weiß-Romanverfilmung mehr als der neueste Blockbuster? Lassen Sie sich gern in die fremde Welt einer rumänischen Obdachlosen-Künstler-Dokumentation entführen?

Wenn Sie diese drei Fragen mit „Ja“ beantworten und Ihnen auf Anhieb noch einige andere Filmgenres abseits des Mainstreams einfallen, dann sind Sie auf dem Internationalen Filmwochenende Würzburg richtig. Es ist eines der ältesten und auch eines der vielfältigsten Filmfestivals in Deutschland. 1974 von einer Handvoll ehrenamtlich tätiger Enthusiasten begründet, kennt es keine thematischen Grenzen und kein Schubladendenken. An den vier Festivaltagen Ende Januar kommt die ganze weite Welt des Films nach Würzburg: von der französischen Großproduktion auf Hollywoodniveau bis zum südkoreanischen Horrorschocker, vom deutschen No-Budget-Familiendrama über den amerikanischen Independent-Blaxploitation-Film bis hin zur armenischen Liebesballade in Schwarzweiß. Ob Spielfilm, Dokumentation oder Kinderfilm – alle Genres haben auf dem Filmwochenende ihren Platz.

Typisch für das Festival ist es, dass viele Filmschaffende ihr Werk selbst präsentieren und so dem Zuschauer die Möglichkeit geben, nachzufragen, ins Gespräch einzusteigen und die Filme, die Filmemacher und ihre Fragen genauer zu verstehen. Die familiäre Atmosphäre und der enge Austausch mit den Gästen aus der Filmbranche sind typisch für das Internationale Filmwochenende Würzburg. Ziel des Festivals ist es, das Publikum mit Filmen, Perspektiven und Sichtweisen zu überraschen, die im normierten Einerlei des Kinoprogramms in einer mittelgroßen Stadt wie Würzburg sonst nicht zu sehen wären.
Eines hat sich übrigens seit 1974 nicht geändert: Bis heute wird das Filmfest ausschließlich in ehrenamtlicher Arbeit organisiert. Mit rund 10.000 Besuchern an vier Festivaltagen, rund 50 gezeigten Filmen und einer Reihe von Sonderveranstaltungen dürfte es eine der größten derartigen Veranstaltungen in Deutschland sein, die das von sich behaupten kann.