Geschichte

Zur Geschichte des Filmwochenendes

Als wir 1974, vor über 40 Jahren, die Filminitiative gründeten, war die Kinosituation in Würzburg in vielerlei Hinsicht noch ganz anders: es gab noch mehr als 10 Kinosäle in der Hand von zwei größeren Kinobetreibern, darunter eines, das dem Charakter eines Programmkinos sehr ähnelte, das „City“ am Barbarossaplatz. Aber es gab noch nicht die Kinobesitzer und Verleiher, die dem Start ihrer Filme mit besonderen Aktionen wie der Einladung von Regisseuren Glanz verleihen wollten. Regisseure spielten beim normalen Kinogänger sowieso eine untergeordnete Rolle.

Wir wollten mit unserer „Filminitiative“ – mit dem Understatement in dem Begriff wollte man sich vom deutschen Vereinswesen abgrenzen – dem Zuschauer, auf ein Wochenende konzentriert, einen Blick ins internationale Kinogeschehen ermöglichen, das im Würzburger Kinoalltag kaum eine Rolle spielte. Die Universitätsstadt bot uns die Chance, die Vielsprachigkeit zu nutzen und Filme aus dem Ausland zu besorgen, die den Weg zu Verleihern noch nicht gefunden hatten. Und, vor allem, wollten wir den Filmliebhabern die Chance geben, die Filmemacher kennen zu lernen und mit ihnen über ihre Filme zu diskutieren. Diese Zuwendung zum Publikum war damals noch eine ausgesprochene Rarität.

Wir konnten nicht ahnen, wie vielfältig der Wandel in der Kinolandschaft im allgemeinen und in Würzburg im besonderen uns durchschütteln würde. Da waren zum einen die Kinos selbst, der wachsende Qualitätsanspruch in der Projektion, vor allem hinsichtlich des Tons, die Forderung nach mehr Bequemlichkeit, die Konzentration der Säle, wie sie zuletzt in den Multiplexen sich zeigte.

Wir spielten zuerst in einem Kino, dem „City“, an drei Tagen. Wir mussten dann umziehen in ein größeres Kino, das „Passage“, das nach einem Jahr einer Bank Platz machen sollte. Dann landeten wir im „Corso“, zuerst in einem, dann in allen drei Sälen. Das dann für vier Tage. Und zuletzt bezogen wir das „Cinemaxx“ in unsere Programmierung ein. Mit zwei Ausnahmen waren wir immer am letzten Januar-Wochenende. Erst vor 3 Jahren, seit es das „Corso“ nicht mehr gibt, findet das Filmwochenende zwei Wochen vor Ostern statt.

Ist von dieser Seite die Perfektion immer mehr gewachsen, hat sich an der Struktur der „Filminitiative“ doch wenig geändert. Entstanden aus einem studentischen Impuls, haben Berufstätige doch immer mitgekämpft. Student ist man naturgemäß immer nur kurz, aber die Leidenschaft für den Film und für das Festival-Organisieren kann doch über viele Jahre bestehen bleiben. Da wir alle ehrenamtlich mitmachen, merkt man von der Abnutzung des Engagements kaum etwas – es kommen ja immer neue Leute dazu.

So zumindest ist unser Traum und unsere Arbeitsbasis. Tatsächlich wäre es nicht schlecht, wenn sich mehr Interessenten bei uns melden würden, um ihre Mitarbeit anzubieten. Denn für alle drei Arbeitsetappen, die zu einem Festival dazugehören, braucht es immer wieder neue Liebhaber mit Zeit und Arbeitsenergie: für die Vorbereitung im Vorfeld, also ab dem Sommer, für die Phase der Festivalvorbereitung ab ca. 6 Wochen vorher und für das Filmwochenende selbst. Wen das interessiert, der kann mit unserem Büro Kontakt (Barbara Englert) aufnehmen +49 (0) 151-14445859, per e-mail info@filmwochenende.de  oder während der Veranstaltung in den Büros in den Spielstätten im „Central im Bürgerbräu“.